Intensiv-Wohngruppe "Am Horseney" in Hagen

 

Unsere Wohngruppe "Am  Horseney" ist ein Intensivangebot und bietet Platz für sieben Mädchen im Aufnahmealter von 12-16 Jahren. Es werden Mädchen aufgenommen, die aufgrund unterschiedlicher Ereignisse Traumata erlitten haben. Hierbei handelt es sich z.B. um das Erfahren körperlicher und/oder seelischer Gewalt, dem Miterleben häuslicher Gewalt, sexuellem Missbrauch, Vernachlässigung, Verlust (Tod) von Bindungspersonen oder traumatischen Trennungserfahrungen, Falls notwendig und noch nicht in entsprechenden Berichten ausgeführt, besteht die Möglichkeit der ergänzenden Diagnostik durch entsprechende Untersuchungen in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten oder Kliniken.

Die gesetzlichen Grundlagen sind die §§ 27 , 34 und 35a SGB VIII.

Unsere Wohngruppe liegt am Rande einer kleinen Siedlung im Stadtteil Hagen-Dahl. Die nächste Bushaltestelle befindet sich in ca. 500 Metern Entfernung. Von hier aus gelangt man in zehn Minuten in den nächstgelegenen Stadtteil mit entsprechenden Schulen sowie Einkaufsmöglichkeiten und nach etwa fünf weiteren Minuten ins Zentrum von Hagen.

Auf insgesamt drei Etagen bietet das Haus Platz für sieben Einzelzimmer sowie die erforderlichen Gemeinschaftsräume und Büros.
Alle Räumlichkeiten sind sehr hell gestaltet, erhalten viel Sonnenlicht und tragen somit zu einer positiven Stimmung bei.

Das sehr große Grundstück teilt sich in eine Rasenfläche und angrenzenden Hang mit Sträuchern und Obstbäumen. Durch mehrere voneinander unabhängige Terrassen, Loggien und Sitzgelegenheiten am und rund um das Haus, gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich bei Bedarf von den anderen zurückzuziehen.

Frontansicht Seitenansicht Rückansicht mit Blick auf Terrasse

Um den Erfordernissen und Ansprüchen unserer Bewohnerinnen, vor dem Hintergrund der Schwere ihrer Beeinträchtigungen, gerecht werden zu können, halten wir einen entsprechend intensiven Betreuungsrahmen für erforderlich. Nur so kann im Alltag (durch die hohe Betreuungsdichte) eine notwendige und angemessene Unterstützung jedes Einzelnen gewährleistet werden.
Dabei kommt auch der Arbeit mit den Angehörigen eine besondere Bedeutung zu. Die traumatischen Erlebnisse/Erfahrungen der Jugendlichen haben zumeist unter Beteiligung von Eltern/Angehörigen sattgefunden. Deren Beziehung hat dadurch eine erhebliche Belastung erlitten. Es gilt nun, die Beziehung wieder in eine tragbare Richtung zu lenken. Somit werden die Voraussetzungen für ein positives Klima im Umgang miteinander getroffen.

Die Bewohnerinnen bedürfen einer intensiven Zuwendung, welche die besonderen Gegebenheiten und Umstände einer Traumatisierung berücksichtigt. Sie benötigen vor allem eine vertrauensvolle Kontinuität, Verlässlichkeit und eine emotionale Stabilität in ihrem Alltag erfahren. Das Erlernen von Eigenwirksamkeit und Regulation sind weitere wichtige Faktoren.
Bedarf und Umfang therapeutischer Interventionen werden zu Beginn der Maßnahme festgestellt.
Die Einzeltherapie soll dazu motivieren, die neue Lebenssituation und v.a. die traumatischen Erlebnisse schrittweise emotional zu verarbeiten und dabei realistische Ansätze der Problembewältigung zu erkennen. Der Prozess der Stabilisierung erfolgt in der Regel über einen langen Zeitraum.

Ferner haben die Bewohnerinnen die Möglichkeit, über persönliche und intime Themen außerhalb der Gruppe und des Teams in einem vertraulichen Rahmen zu sprechen.
Zusätzlich werden je nach Bedarf Gruppensitzungen angeboten, die speziell auf die Bedürfnisse der Klienten ausgerichtet sind, z.B. Kommunikationstraining.

Zudem berät die Psychologin das pädagogische Team, wobei psychologische Zusammenhänge erörtert und in die pädagogische Arbeit mit den Jugendlichen integriert werden.

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