Fachdienst Ennepe-Ruhr unterzeichnet Kooperationsvereinbarung

 

Der Fachdienst Ennepe-Ruhr ist jüngst Teil des Netzwerks spezielle individuelle Hilfsbedarfe (kurz: SIH) im Ennepe-Ruhr-Kreis. Das Netzwerk SIH hilft Betroffenen passende und ergänzende Unterstützungsangebote zu finden und macht eine Vermittlung mittels geschützter digitaler Plattform möglich.
Laut Pressebericht konnten bereits acht Personen vom neuen Netzwerk profitieren und Hilfen individuelle bzw. zusätzliche angeboten werden.
Praktisch funktioniert dieses so: Der betreuende Dienst stellt die notwendigen Informationen über den Vermittelnden auf der Internetplattform ein. Alle Partner werden darüber informiert und die gemeinsame Suche nach einer angemessenen Lösung kann beginnen. Gefunden werden sollen passgenaue Angebote, die den Betroffenen den Weg zu mehr Selbstbestimmung und Teilhabe am sozialen Leben zu ebnen.

 

 

 

Pressemitteilung des Ennepe-Ruhr-Kreises vom 20.11.2019

 

Netzwerk SIH: Sperriger Titel, praktische Lebenshilfe

(pen) Hier ein 23-jähriger mit geistiger Behinderung und einem Alkoholproblem. Dort eine 43-jährige Frau, die unter einer Psychose leidet, körperbehindert ist und aus der Klinik entlassen werden soll. Diese und andere Betroffene profitieren bei der Suche nach passenden Betreuungsangeboten im Ennepe-Ruhr-Kreis seit Mai letzten Jahres von neuen Strukturen. Aufwändige und zeitintensive Einzelabfragen an Träger von Einrichtungen und Wohnungen sind seitdem Geschichte. Die Verantwortlichen setzen stattdessen auf eine interne Internetplattform und regelmäßigen Austausch.

"Auch wenn der Titel 'Netzwerk spezielle individuelle Hilfsbedarfe im Ennepe-Ruhr-Kreis' etwas sperrig ist, darf dies nicht darüber hinweg täuschen, die Zusammenarbeit im Interesse der Menschen hat sich vereinfacht und verbessert", machte Landrat Olaf Schade im Schwelmer Kreishaus deutlich. Dort unterzeichneten der Ennepe-Ruhr-Kreis und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe sowie von vierzehn Institutionen eine neue, unbefristete Kooperationsvereinbarung.

Von der alten Vereinbarung konnten acht Personen profitieren. Drei haben bereits ein zuhause in einer neuen Wohnform gefunden, fünf befinden sich noch auf Wartelisten. "Auch wenn die Fallzahl erwartungsgemäß sehr überschaubar ist, in diesem Bereich zählt jeder Einzelfall. Es geht um Menschen und Schicksale", betont Astrid Hinterthür. Fachbereichsleiterin Soziales und Gesundheit der Kreisverwaltung.

Für den innovativen Charakter der Vereinbarung sprechen auch die Nachfragen aus anderen Kommunen in Nordrhein-Westfalen. Viele haben sich in den letzten Monaten in Schwelm erkundigt und möchten das Modell kopieren.

Praktisch funktioniert dies so: Der betreuende Dienst stellt die notwendigen Informationen über den zu Vermittelnden auf einer Internetplattform ein. Alle Partner werden darüber per Mail informiert und die gemeinsame Suche nach einer angemessenen Lösung kann beginnen. Gefunden werden sollen passgenaue Angebote, die den Betroffenen den Weg zu mehr Selbstbestimmung und Teilhabe am sozialen Leben zu ebnen.

Für den 23-jährigen wäre dies beispielsweise keine klassische, auf Sprache basierte Suchttherapie. Stattdessen muss ein Träger gefunden werden, der mit beiden Problemlagen - Alkohol und Behinderung - umgehen kann. Um der Frau helfen zu können, wäre es nötig, eine barrierefreie Einrichtung zu finden, die zum einen möglichst zentral liegt und zum anderen psychiatrische Hilfen anbietet.

"Selbstverständlich", so Hinterthür, "ist die Weitergabe der Daten mit den Betroffenen abgestimmt und der Zugriff  auf die Daten entsprechend gesichert." Für sie sowie für die übrigen Beteiligten sei das Verfahren ein Fortschritt.
"Vorrangig kümmern wir uns um diejenigen, die spezielle und individuelle Angebote benötigen. Um diejenigen, die ein besonders herausforderndes Verhalten zeigen oder auch auf ganz besondere Strukturen zum Wohnen angewiesen sind", nennt Hinterthür die Zielgruppe.

Im auge haben die Beteiligten dabei auch jene, die lange im Kreis gelebt haben und aktuell in Kliniken oder Einrichtungen außerhalb behandelt werde, weil sie bislang keine adäquate Versorgung vor gefunden haben. Hier wäre es ein Fortschritt, ihnen dank des Netzwerkes zukünftig in ihrem sozialen Umfeld die Hilfen bieten zu können, die ihren Bedürfnissen gerecht werden.

 

 

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